12. November 2020, 10:28 UHR |

Lernen von den Profis: Praxisworkshop mit LUSH

Der Marketing-Kurs von Prof. Dr. Martina Lütkewitte in Berlin hatte die Gelegenheit mit Tobias Kruse, Europa PR Team Manager beim Kosmetikhersteller LUSH, einen Praxisworkshop zu absolvieren. Aufgabe war, das Marketing von LUSH mit dem anderer Kosmetikfirmen zu vergleichen. Ein Erfahrungsbericht von Natalie Koch, Marie-Stephanie Ewert und Eric Schramm mit einem kleinen Statement von Tobias Kruse.

Ihr hattet die Gelegenheit, vom LUSH Europa PR Team Manager, Tobias Kruse, ganz exklusiv einen Einblick in deren Arbeit zu bekommen. Wie war Euer Eindruck davon zunächst und habt Ihr dabei schon etwas Neues gelernt?

Eric: Bei der Einleitung von Tobias hat es mich schon etwas verwundert, dass LUSH sich entschieden hat, kein Budget für normatives Marketing aufzustellen. Es wird kein Geld direkt in Print oder digitale Anzeigen gesteckt. Da fragt man sich natürlich, was hat das mit einem Marketingkurs zu tun. Doch in den Gesprächen mit ihm und anhand seiner Schilderungen wurde es dann immer klarer, wie LUSH trotzdem einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht.

Natalie: Für mich war die Marke LUSH nichts Neues. Des Öfteren hat es mich in den bunten und sehr gut riechenden Laden gezogen. Ich selbst versuche seit ein paar Jahren auf Nachhaltigkeit zu achten und bin auch auf feste Shampoos und Seifen umgestiegen. All das findet man glücklicherweise auch bei LUSH. Umso mehr hat es mich gefreut, dass wir LUSH mal ein wenig genauer unter die Lupe nehmen konnten.

Marie: Ich war von dem Vortrag von Tobias total begeistert. Er hatte mich von der ersten Minute an gepackt und es war super spannend, ihm zuzuhören. Ich kannte LUSH zwar schon, aber war nur sehr selten wirklich im Laden. Ich habe von einer Freundin von LUSH gehört und liebe das Angebot. Was mich geflasht hat, war die Tatsache, dass LUSH kein Geld für Marketing ausgibt. Da ist mir auch aufgefallen, dass ich noch nie Werbung von LUSH gesehen habe.

Auch in der aktuellen Situation konntet Ihr im Oktober unter Einhaltung der gängigen Hygienemaßnahmen auf „Mini-Exkursion“ gehen.  Dabei hattet Ihr die Aufgabe, das Marketing von LUSH mit der Konkurrenz zu vergleichen. Wie seid Ihr dabei vorgegangen? Welche Erkenntnisse habt Ihr auf der Exkursion gewonnen?

Marie: Wir sind zuallererst zu LUSH selbst gegangen, um zu wissen, was wir überhaupt vergleichen müssen. Dabei ist uns direkt die freundliche und hilfsbereite Verkäuferin aufgefallen, die – wie Tobias in seiner Präsentation bereits erwähnt hatte – viele Fachkenntnisse hatte und sich wirklich Zeit genommen hat. Mit unserem ersten Eindruck sind wir dann in weitere Läden gegangen. Wir waren nicht nur in Beauty-Shops sondern auch bei Läden mit mehreren Marken, wie DM und Karstadt, um einen Vergleich ziehen zu können. Danach haben wir uns zusammengesetzt und unsere Ergebnisse verglichen. Dabei sind wir dann auch auf das Markenimage, USPs und Verbesserungen eingegangen.

Eric: Natürlich standen beim persönlichen Besuch auf der Exkursion unsere eigenen Eindrücke im Vordergrund. Dazu wollten wir die Meinung der Passanten einholen, was schwieriger war als gedacht. Der Berliner hat sowieso schon mit so vielen Eindrücken im Alltag zu kämpfen, dass ein paar Studenten mit Fragebögen meist gekonnt ausgeblendet werden. Deshalb sind wir auf eine Online-Umfrage umgeschwenkt. Zuletzt haben wir Publikationen der einzelnen Unternehmen untersucht.

Natalie: Mein Team und ich haben uns den LUSH-Laden am Alexanderplatz vorgenommen und diesen mit einem anderen Laden für Körperpflege verglichen. Wir haben uns zuerst die verschiedenen Produkte angesehen und ausgetestet. Wir wurden direkt herzlich empfangen und beraten. Wir haben unsere Aufgaben genau aufgeteilt, einer hat die Produkte fotografiert, der andere hat sich intensiv beraten lassen und die anderen dokumentierten, was ihnen direkt auffiel. Das waren positive sowie negative Aspekte.

Marie: Generell haben wir viel über die einzelnen Läden gelernt. Normalerweise beschäftigt man sich nicht so intensiv mit den Shops, sondern kauft oder kauft dort eben nicht. Oftmals hat man auch „Vorurteile“ im Kopf, die verhindern, dass man dort überhaupt einkauft.

Eric: Die Marketingstrategien werden an den Touchpoints sehr deutlich. Vom Erlebnismarketing, über Social-Media-Marketing bis hin zur klassischen unpersönlichen Postwurfsendung war alles dabei. Daraus lassen sich bereits Rückschlüsse auf die Ausrichtung und Zielgruppe der Marketingmaßnahmen ziehen. Dies wird uns auch bei unserem Projekt für den Kurs helfen, ein eigenes Marketingkonzept aufzustellen.

Marie: Es war sehr spannend zu sehen, wie unterschiedlich die ersten Eindrücke von Läden ausfallen. Gerüche, Aussehen, Kundenbetreuung und Musik wurden teils sehr unterschiedlich interpretiert, was zeigt, wie unterschiedliche Geschmäcker auch innerhalb einer Altersgruppe sind. Das macht das Marketing der einzelnen Shops natürlich nicht gerade leichter.

Inwiefern hat Euch dieses Projekt bereichert und was hat Euch am besten daran gefallen?

Natalie: Abschließend kann man sagen, dass es ein sehr schönes Projekt war. Es war eine Abwechslung zum normalen Studienalltag. Es war interessant, ein wenig hinter die Kulissen zu schauen und neue Informationen zu erlangen. Ich bin ganz ehrlich: Am besten haben mir die kleinen Geschenktüten von LUSH gefallen. Wer würde sich da nicht freuen – für eine angenehme Arbeit auch noch belohnt zu werden!

Eric: Mir hat es sehr gefallen, das theoretische Wissen nicht nur präsentiert zu bekommen, sondern auch selbst zu "erforschen", wie Marketing in meinem Umfeld funktioniert. Auch wenn es dieses Mal ein Bereich war, mit dem ich weniger zu tun habe. Generell finde ich, dass wir das Beste aus dem virtuellen Lernen machen, und mit Hilfe der Gastredner haben wir einen Mehrwert, der seinesgleichen sucht.

Vielen Dank für Eure ausführlichen Antworten! Jetzt bleibt nur noch die Frage: Wie hat Tobias von LUSH den Workshop empfunden?

Tobias: Das ist für mich eine gute Übung, weil man die eigene Betriebsblindheit überwindet. Man bekommt frische und ehrliche Meinungen. Großartig, wie viele verschiedene Facetten von den Gruppen herausgearbeitet wurden. Und auch super aufbereitet! Ich werde mir die Erkenntnisse mit ins Team nehmen und wir besprechen Eure Anmerkungen/Anregungen, vielen Dank dafür!

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