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24. April 2019, 13:25 UHR |

So ticken Münchner Museumsbesucher

Gute Zeiten für Münchner Museen: Für viele auswärtige Gäste der Landeshauptstadt spielt der Besuch von Kultureinrichtungen eine wichtige Rolle bei ihrer Reisevorbereitung – das ermittelte eine Studie der IUBH Internationalen Hochschule unter den größten Münchner Museen. Mit den Ergebnissen lässt sich ein Kurzprofil des typischen Münchner Museumsbesuchers erstellen: über 50, aus Deutschland oder aus den USA stammend, Akademiker – und mit seinem Museumserlebnis in München durchaus zufrieden.

Jeder dritte Besucher kommt aus dem Ausland
Zwei von drei Museumsbesuchern in München kommen nicht aus der bayerischen Landeshauptstadt, ein Drittel sind internationale Gäste. „Die Zahl der internationalen Gäste hat sich seit unserer letzten Befragung vor zwei Jahren um knapp 10 Prozentpunkte erhöht“, so Studienleiterin Prof. Dr. Anna Klein, Professorin für Tourismuswirtschaft der IUBH. „Museen sollten sich daher - beispielsweise bei Informationstafeln und Beschilderung - verstärkt auf internationale Gäste einstellen.“ Die Herkunft der Besucher veränderte sich daher kaum: Die größte Besuchergruppe kommt aus den USA (24%), gefolgt von Großbritannien (9%).

Weiterbildung ist wichtigster Grund für den Museumsbesuch
Der Museumsbesuch gehört für viele bereits bei der Reiseplanung dazu: Rund ein Drittel der auswärtigen Gäste gibt an, dass der Besuch von Kultureinrichtungen eine wichtige bis sehr wichtige Rolle bei ihrer Reisevorbereitung spielt und sie sich bei ihrem Besuch mit der Kultur intensiv auseinandersetzen. Sie gehören damit zu der Gruppe der so genannten „Purposeful Cultural Tourists“, die den Besuch einer Kultureinrichtung als Teil ihres Lebensstils betrachten und gezielt nach konkreten Themen und tiefergehenden Informationen suchen. Wichtigste Informationsquellen sind dabei sowohl für auswärtige als auch einheimische Besucher das Internet, eigene Freunde, Reiseführer sowie die Touristen-Information.

Alle Befragten besuchen die Münchner Museen hauptsächlich, um dort etwas Neues zu lernen und sich zu informieren. Interessant: Vor allem für Nicht-Münchner ist außerdem Nostalgie ein entscheidender Faktor. Dass sie bereits als Kind früher das jeweilige Museum besucht haben, ist für sie – im Gegensatz zu den Münchnern – ein häufig genannter Besuchsgrund.

Hohe Besucherzufriedenheit, trotzdem gilt: Couch vor Kultur
Insgesamt ist die Mehrheit der Befragten durchweg zufrieden mit den Münchner Museen. Vor allem Öffnungszeiten, räumliche Barrierefreiheit und Preis-Leistungsverhältnis werden sehr gut bewertet.

Dass die Münchner ihre berühmten Museen direkt vor der Tür haben, führt trotzdem nicht zu häufigen Besuchen. Im Schnitt unternahmen sie im vergangenen Jahr 2 bis 3 Ausflüge zu Museen und Kunstausstellungen. Zum Vergleich: Platz 1 der Freizeitaktivitäten sind mit 5 bis 12 mal pro Jahr ein Nachmittag mit Buch auf der Couch, ein Kinobesuch oder ein Restaurantbesuch.

 

Anmerkung: Die Ergebnisse wurden von Studierenden im Rahmen der IUBH-Studie (betreut von Prof. Dr. Anna Klein, Prof. Dr. Annegret Wittmann-Wurzer und Prof. Dr. Nicola Zech) und der Stadt München (betreut von Ralf Zednik, dem Leiter der Marktforschung) im Juni und Juli 2018 mithilfe eines standardisierten Fragebogens unter 1.000 Besuchern von elf Münchner Museen mit mindestens 100.000 Besuchern pro Jahr (Schloss Nymphenburg, Residenzmuseum und Schatzkammer der Residenz, Deutsches Museum, Neue Pinakothek, Pinakothek der Moderne, Alte Pinakothek, Haus der Kunst, Glyptothek, Lenbachhaus, Stadtmuseum) ermittelt.

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