07. August 2020, 15:33 UHR |

Was Studierende vom Improvisationstheater lernen können

Im Sommersemester hatten Studierende der IUBH Duales Studium in Dortmund die Gelegenheit, an einem kostenlosen Workshop mit dem Theaterpädagogen Jens Niemeier virtuell teilzunehmen. Dabei haben sie sich damit beschäftigt, wie ihnen das Improvisationstheater im Alltag, in der Arbeit und im Zusammenleben mit anderen nützlich sein kann. Drei Teilnehmer berichten von ihren Erfahrungen.

Mit welchen Erwartungen gingt Ihr in den Improvisationstheater-Workshop mit Jens?

Hannah: Mit Improvisationstheater hatte ich bis dahin noch überhaupt keine Berührungspunkte und habe mich deswegen einfach überraschen lassen. Ich hatte das Glück, an allen drei Terminen komplett teilnehmen zu können. Aber auch wenn jemand einen Termin verpasst hatte, oder später einstieg, war das überhaupt kein Problem. Jens gestaltete den Workshop so, dass die einzelnen Tage zwar inhaltlich zusammenpassen, es aber nicht notwendig war, bei jedem dabei zu sein.

Philipp: In der Vergangenheit habe ich bei Jens bereits verschiedene Kurse besucht. Damals noch im Schauspielhaus Bochum (Theater-Workshops zum Impro-Training, einen Kurs im „Jungen Schauspielhaus“). Ich wollte Jens gerne mal wiedersehen und mit ihm „spielen“.

Johanna: Seit längerer Zeit schon reizte es mich, mal Theater zu spielen, aber "irgendwas war immer", und es sollte nie dazu kommen. Als ich dann die E-Mail bekam, dass ein kostenloser Improvisationsworkshop angeboten werden sollte, konnte es mir einfacher nicht gemacht werden: Online, kostenlos und im Rahmen der Hochschule, also wahrscheinlich mit Menschen, die ich schon kannte und mit denen ich mich wohlfühlte. Also meldete ich mich direkt an.

Was hat Euch am meisten am Workshop gefallen?

Johanna: Nach anfänglicher Unsicherheit, einem leichten Unwohlsein vor der Kamera und mit Übungen, die von einem verlangen, auch mal seine Komfortzone zu verlassen und laute Gurgelgeräusche vor fünf anderen, tatsächlich unbekannten Gesichtern zu machen, machte der Workshop mehr als Spaß. Ich fühlte mich aufgehoben, ernst genommen, niemand lachte – und wenn, dann nicht über- sondern miteinander. Ich merkte, wie ich immer offener wurde, bis ich schließlich sogar einen spontanen Poetry Slam zum Thema "Der stinkende Schuh und der Sportlehrer" "leidenschaftlich" vor laufender Kamera performte.

Hannah: Besonders gut gefallen haben mir die verschiedenen Übungen und Spiele, die aber immer einen Bezug zum aktuellen Thema des Workshoptages hatten. Außerdem war es schön, dass es immer eine relativ kleine Gruppe war, sich niemand gehemmt gefühlt hat und dass alle Spaß hatten. Es war einfach mal eine schöne Abwechslung vom Hochschul- bzw. Arbeitsalltag.

Philipp: Mir hat alles super gefallen. Toller Trainer, super Leute und die gute Laune. Ich habe echt viel gelacht. Das war echt schön und auch mal wieder notwendig.

Ein virtueller Improvisationstheater-Workshop – wie kann man sich das denn vorstellen und wie hat es geklappt?

Philipp: Ich persönlich war angenehm überrascht, dass die Übungen und Spiele trotz „virtueller Barriere“ so gut funktioniert haben. Es war eine schöne Erfahrung.

Hannah: Jens hat es gut geschafft, auch die Teilnehmer/Innen mit einzubeziehen, die keine Kamera haben. Er hat es dann spontan so umgestellt, dass ich nicht das Gefühl hatte, dass diejenigen ausgegrenzt werden. Und die kleinen Pannen, die es aufgrund der Technik gab, haben das Ganze noch lebendiger und gelockerter gemacht.

Johanna: Es wurde damit gespielt, Gegenstände von einem Bildschirm in den nächsten zu reichen, Teilnehmende ohne Kamera zu "Stimmen" werden zu lassen und eine virtuelle Bühne zu bauen. Manchmal hakte es, manchmal fiel man sich ins Wort, und irgendwie war ja doch jeder bei sich zuhause. Die gute Laune hielt dann aber auch nach Beendigung der Zoom-Konferenz noch lange an.

Was könnt Ihr aus dem Workshop für Euer duales Studium und die Arbeitswelt mitnehmen?

Johanna: Spontanität, Intuition und Mut. Ich denke, das sind die wichtigsten Dinge, die ich mitnehmen kann. Dazu kann ich mir vorstellen, einzelne Übungen und Spiele des Workshops auch mal mit Klienten auszuprobieren oder ein eigenes Angebot dazu zu schaffen.

Philipp: Auf jeden Fall die Sprachübungen, um die Stimme morgens oder für Referate vorzubereiten. Zudem die Hinweise für „Bühnenauftritte“, z.B. sich vorher locker zu machen und stets Selbstbewusstsein auszustrahlen.

Hannah: Der Tipp von Jens, auch ungeplante Dinge positiv anzunehmen und nicht abzublocken, kann mir persönlich grade bei den Referaten gut helfen, da ja fast immer irgendetwas schiefgeht. Dadurch kann man entspannter bleiben und verfällt nicht gleich in Panik.

Vielen Dank für Euren Erfahrungsbericht!

 

 

 

 

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